Lange hat es gedauert, bis Charlotte Link ihren neuen Roman fertiggestellt hat. Doch das Warten hat sich gelohnt!
Die englische Küstenstadt Scarborough ist die reinste Idylle, bis am 16. Juli 2008 die junge Studentin Amy Mills auf dem Weg nach Hause brutal erschlagen wird. Wenige Monate später wird eine alte Frau ermordet, ebenfalls erschlagen. Fiona Barnes hatte noch kurz vor ihrem Tode an der Verlobungsfeier von Gwen, der Tochter des Farmbesitzers Chad Beckett teilgenommen. Gezielte
Äußerungen gegen den Verlobten Dave Tanner, Fiona unterstellte ihm unlautere Absichten, ließen die Verlobungsfeier in einem Eklat enden. Für die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond ist Dave Tanner der Hauptverdächtige, der Streit mit Fiona auf der Feier bietet natürlich ein perfektes Motiv, und die Tatsache, dass Dave auch Amy Mills kannte, die auf ähnliche Art und Weise ums Leben gekommen ist, trägt nicht dazu bei, Dave zu entlasten. Nach und nach kristallisiert sich allerdings heraus, das eine Menge anderer Leute Grund gehabt hätten der harschen, gefühlskalten Fiona nach dem Leben zu trachten. In einer zweiten Erzählebene erfährt der Leser wie Fionas enge Bindung an die Becketts zustande gekommen ist, obwohl sie weder verwandt noch verschwägert mit der Familie war. Dazu schlägt Charlotte Link einen Bogen in das Jahr 1940. Tausende von Kindern wurden aus London aufs Land evakuiert, um sie vor den deutschen Bombenangriffen zu schützen. Fiona ist eines der Kinder, sie wird auf der Farm von Emma und Arvid Beckett aufgenommen und lernt so auch deren 15- jährigen Sohn Chad kennen. Zeit ihres Lebens teilen Chad und Fiona seit diesen Tagen ein düsteres Geheimnis ...
Charlotte Link hat einen guten, psychologischen Spannungsroman geschrieben, der den Leser immer tiefer in die seelischen Abgründe der Personen führt und Schicht für Schicht ein furchtbares Familiengeheimnis enthüllt.
Empfohlen von Heike Steinhäuser
Der Unfalltod seiner Eltern wirft Jakob Jankowski, Student der Tiermedizin, völlig aus der Bahn, er schmeißt sein Examen, läuft kopflos in die Nacht und springt auf den nächstbesten Zug. So landet er bei Banzinis spektakulärste Show der Welt, einem heruntergekommenen Wanderzirkus. Zwerge, Clowns, eine dicke Dame, eine zauberhafte Dressurreiterin gehören ebenso dazu, wie hinter den Kulissen schwer schuftende Arbeiter. Jakob wird einer von ihnen. Für ihn beginnt die schlimmste Zeit und auch die beste Zeit seines Lebens. Auch wenn man den Zirkus nicht mag, dieses Buch muss man einfach mögen. Sara Gruens Personen sind schillernd und unverwechselbar.
Empfohlen von Heike Steinhäuser
Die Autorin erzählt in ihrem Debütroman von den Frauen einer Familie und den Schicksalen dreier Generationen. Iris erbt das Haus ihrer Großmutter Bertha, indem sie als Kind die Sommerferien verbracht hat. Sie überlegt, ob sie das Haus verkaufen soll- der Garten ist verwildert und das Gebäude in einem schlechten Zustand. Sie bleibt eine Woche, in der sie durch das Haus und den kleinen norddeutschen Ort streift und ihren Erinnerungen freien Lauf lässt: an ihren Großvater, der ein Geheimnis verbarg, an ihre Tanten und an ihre Kusine Rosmarie, die in diesem Haus einen schrecklichen Unfall hatte, der nie richtig aufgeklärt wurde. Iris versucht sich zu erinnern, wobei auch das Vergessen in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Teil ist. Und sie stellt sich immer wieder die Frage, ob sie an diesem Ort glücklich werden kann.
Eine tolle einfühlsame Familiengeschichte, amüsant erzählt und ohne Klischees- unbedingt empfehlenswert!!
Empfohlen von Christiane Schulz-Rother
Unter Drogen- und Alkoholeinfluss stürzt der Wagen eines Mannes in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Er überlebt schwerverletzt. Als er wieder bei Bewusstsein ist, hat er nur ein Ziel: möglichst schnell aus diesem Krankenhaus zu kommen und seinem Leben ein Ende zu bereiten.
Eines Abends bekommt er überraschend Besuch von Marianne Engel,einer Frau, die behauptet ihn schon seit 700 Jahren zu kennen. Einst waren sie Liebende. Er hält sie für verrückt, und tatsächlich ist sie Patientin der Psychiatrie. Aber auch, als sie entlassen wird, besucht sie ihn jeden Tag und erzählt über ihre und seine Vergangenheit und bald ist es ihm egal, ob sie verrückt ist, er ist einfach froh über ihre Gesellschaft.
Andrew Davidson hat 8 Jahre akribisch recherchiert, herausgekommen ist ein ungewöhnlicher Balanceakt zwischen Mittelalterroman und zeitgenössicher amerikanischer Literatur. Hat man die ersten 70 Seiten, die teilweise hart realistisch sind, erst überstanden, lesen sich die restlichen 500 Seiten wie im Flug.
Empfohlen von Heike Steinhäuser
„... ich habe ein schweres Vergehen begangen- höchstwahrscheinlich eine Straftat. Und meine Wohnung quillt vor Verwandten über“.
Diese Erkenntnis trifft der Held Yuri auf Seite 276 und bis dahin erfahren wir eine Menge über die Balodis. Yuris Eltern sind in den sechziger Jahren aus dem kommunistischen Lettland nach Amerika geflohen. Yuri hat wenig von seinem lettischen Erbe mitbekommen, da die Eltern ihre Vergangenheit ignorieren, ausschließlich (zweifelhaftes) Englisch sprechen und versuchen amerikanischer als die Amerikaner zu sein. Und so ist er bestürzt, als Yuris Vater dem Vater seiner Freundin beim ersten Zusammentreffen in Gesicht spuckt. Zugegeben, er war (wie eigentlich immer) betrunken, aber hauptsächlich geht es darum, dass Hanna und ihr Vater einer kommunistischen Vereinigung angehören und von dem, was sich wirklich in den kommunistischen Ländern abspielt keine Ahnung haben.Dann fällt in Berlin die Mauer und kurze Zeit später taucht die vier-köpfige Verwandtschaft aus Lettland auf und zieht kurzer Hand in die 3-Zimmerwohnung der Balodis ein.
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist eine eigenartige Mischung aus komischen und tragischen Momenten die man mit dem Helden durchlebt.
Empfohlen von Heike Steinhäuser
West- Berlin 1987: Soja (DDR-Flüchtling, Blumenverkäuferin) trifft Harry und ist sofort fasziniert. Zunächst fragt man sich „Warum?“, denn Harry, ganz alte Schule der Höflichkeit, nennt Soja „Mausepuppe“, besticht durch brummige Schweigsamkeit und sein erstes Geschenk an sie ist eine lächerliche Clownspuppe. Schnell wird klar, dass man es mit einem seltenen, besonders heftigen Fall von „Liebe auf den ersten Blick“ zu tun hat, Soja ist natürlich wehrlos. Verschlimmernd kommt für sie hinzu, dass Harrys abgründige Vergangenheit alles zu bieten hat- Alkohol, Raubüberfall, zehn Jahre Knast, Drogen, abgebrochene Therapie! Sojas Faszination tut dies keinen Abbruch. Als sie erfährt, dass Harry HIV-positiv ist, opfert sie sich bedingungslos für ihn auf...
Große Brüche, tiefe Gefühle, aber kein Pathos, kein Kitsch. Ein unbedingtes Buch!
Empfohlen von Sandra Wiegmann
Rachel, Celias neunjährige Tochter, ist ein über die Maßen schönes Kind: schokoladenbraune Haut, blonde Locken, himmelblaue Augen. Celia hat es oft nicht leicht, sich und ihre Tochter über Wasser zu halten und so spielt sie, zusätzlich zu ihrem Job, an den Wochenenden in einem Motel Jazz, manchmal auch mit Rachel an ihrer Seite. Trotz aller Unwägbarkeiten ist eines sicher, Celia liebt ihre Tochter.
Der 37 Jahre alte Ron sieht das ganz anders. Seit er Rachel zum ersten Mal gesehen hat, ist er wie elektrisiert. Er beobachtet Rachel, sieht sie in der Bar singen, sieht wie jeder Mann das Mädchen anstarrt. Für ihn ist klar, sie wird von ihrer Mutter vernachlässigt und misshandelt. Er will ihr helfen. Hin- und hergerissen zwischen der „Liebe“, die er für Rachel empfindet und dem Hass auf sich selbst, beginnt er in seinem Keller ein Kinderzimmer einzurichten. Noch bevor er sich einen Plan zurechtgelegt hat, läuft ihm Rachel direkt in die Arme.
Barbara Gowdy hat einen hochsensiblen Roman geschrieben, der auf jegliche Effekthascherei oder Horrorszenarien verzichtet, sie führt kein Monster vor, sie erklärt niemanden schuldig und entschuldigt auch nichts. Ein großartiges Buch, dessen Sog man sich nicht entziehen kann.
Empfohlen von Heike Steinhäuser
Im Zentrum der Erzählungen stehen Frauen, deren Schicksal im Laufe der Geschichten eine unerwartete Wendung nimmt. Odette Toulemonde z.B. geht zu der Lesung ihres Lieblingsautors und kann vor lauter Ergriffenheit kein einziges Wort herausbringen. Sie schreibt ihm daraufhin einen Brief, der das Leben der beiden in überraschender Weise ganz und gar verändert.
In allen Geschichten spielt die Lebenseinstellung der Frauen eine entscheidende Rolle: Glück und Unglück stehen oft dicht nebeneinander und eine Kleinigkeit reicht, um das Schicksal ins Rollen zu bringen. Die Erzählungen sind voller Herzenswärme und Heiterkeit und strömen einen ganz eigentümlichen Zauber aus.
Empfohlen von Monique Saulnier
Der Schmetterlingssammler ist ein spannender, poetischer Roman über die Flüchtigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen, über Melancholie, Einsamkeit und Hoffnung. Eine überraschende Erbschaft lässt einen Finnen, der selbst in einer Krise steckt, auf eine Spurensuche nach dem Erblasser gehen, die ihn auch wieder sich selbst näher bringt.
Empfohlen von Maren Wust
Der Autor, Marc-Uwe berichtet in heiteren Episoden vom WG-Alltag mit seinem ungewöhnlichen Mitbewohner, dem Känguru. Das Tier ist vorlaut, Kommunist und futtert mit Vorliebe massenhaft Schnapspralinen.
Es tut, was wir uns meist nicht trauen aber nur zu gerne rauslassen würden.
Herrlich schräg und kurzweilig! Dazu politisch und aktuell!
Empfohlen von Daniel Schlie
Am Donnerstag den 23.9. um 16.00h liest bei uns die bekannte Kinderbuch- Autorin Tanya Stewner aus ihrem letzten Liliane-Susewind-Buch:
Ein Panda ist kein Känguru.
Wir freuen uns auf Euch!
Klaus Schlickeiser und Gerhard Koischwitz stellen ihr neu erschienenes Buch: Hermsdorf- Vom Rittergut zur Gartenstadt vor und beantworten Ihre heimatlichen Fragen.
Pascal Hugues liest bei uns in der Tegeler Bücherstube aus ihrem neuen Buch im Rahmen der Veranstaltungsreihe Stadt Land Buch.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Mr. Malik ist ein schüchterner älterer Mann. Seit langem ist er verliebt in die Ornithologin Mrs. Rose. Endlich beschließt er, Nägel mit Köpfen zu machen und sie zum Ball auszuführen.
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